Von PCIe-3.0- auf Gen4-SSD
Umstieg von NVMe Gen3 auf NVMe Gen4.
Für Spiele bringt eine Gen4-SSD kaum mehr FPS, aber kürzere Ladezeiten und ist Voraussetzung für DirectStorage-Titel. Ein günstiges Upgrade, wenn dein Board Gen4 unterstützt.
Lohnt sich der Umstieg von NVMe Gen3 auf NVMe Gen4?
Für die meisten Spieler lautet die ehrliche Antwort: nein, zumindest nicht als isolierte Einzelmaßnahme. Der Sprung von PCIe 3.0 auf PCIe 4.0 bringt in Spielen kaum spürbare Vorteile, weil die Ladezeiten heute meist von der CPU und der Spiel-Engine begrenzt werden, nicht vom Datendurchsatz der SSD.
Sinnvoll ist der Wechsel dagegen, wenn du große Dateien bearbeitest, häufig Videoschnitt oder RAW-Fotos verarbeitest oder ohnehin ein neues Mainboard mit PCIe-4.0-Unterstützung kaufst. Auch wer viel mit riesigen Projektdateien oder Datenbanken arbeitet, profitiert real vom höheren sequenziellen Durchsatz.
Wer nur zockt und ein bestehendes System mit PCIe-3.0-Plattform besitzt, sollte das Geld eher in Grafikkarte, RAM oder CPU stecken. Einen groben Überblick, wo dein System aktuell limitiert, liefert der Bottleneck-Rechner.
Was du dafür neu kaufen musst
Die offensichtliche Neuanschaffung ist die SSD selbst. Gängige NVMe-Gen4-Modelle mit 1 TB kosten aktuell etwa 60 bis 100 Euro, je nach Controller und Cache-Ausstattung.
Entscheidend ist aber die Plattform: Nur wenn Mainboard und CPU PCIe 4.0 unterstützen, nutzt du die volle Bandbreite. Bei Intel braucht es mindestens die 10./11. Generation mit passendem Chipsatz, bei AMD ab dem B450 teils per Update, sauber unterstützt ab B550/X570 und neueren Plattformen.
Ist dein Unterbau noch reine Gen3-Hardware, etwa ein älteres B450- oder Z370-Board, brauchst du zusätzlich ein neues Mainboard und je nach Sockel auch eine neue CPU. Netzteil, Gehäuse, RAM und Grafikkarte kannst du in aller Regel unverändert weiterverwenden.
Was der Wechsel praktisch bringt
Im Alltag merkst du den Unterschied am ehesten bei großen Kopiervorgängen, etwa wenn du mehrere Gigabyte große Dateien verschiebst oder Spiele-Installationen dupliziert. Schätzungen zufolge sind hier spürbar kürzere Wartezeiten drin, siehe dazu auch unsere Methodik.
Beim Windows-Start oder beim Öffnen von Programmen ist der gefühlte Unterschied zu einer guten Gen3-SSD dagegen minimal, da hier oft andere Faktoren limitieren.
In Spielen zeigt sich der Effekt vor allem bei offenen Welten mit viel Nachladen, etwa in Open-World-Titeln. Die Ladezeiten sinken hier laut Schätzwerten spürbar, komplette Ruckler durch Nachladen verschwinden aber nicht zwangsläufig. Einen Anhaltspunkt zur erwartbaren Bildrate liefert der FPS-Schätzer.
Kosten und Aufwand
Nur die SSD zu tauschen, ist eine Sache von 20 bis 30 Minuten und kostet, wie erwähnt, grob 60 bis 100 Euro für 1 TB Speicherplatz.
Musst du zusätzlich das Mainboard wechseln, steigen die Kosten deutlich: Ein aktuelles Board mit PCIe-4.0-Unterstützung kostet ab etwa 120 Euro, dazu kommt bei Sockelwechsel oft eine neue CPU für 150 bis 300 Euro.
Der Einbauaufwand für eine komplette Plattform liegt bei zwei bis vier Stunden, inklusive Neuinstallation von Windows und Treibern. Rechne zusätzlich Zeit für BIOS-Updates und das Übertragen persönlicher Daten ein.
Wenn du ohnehin aufrüstest, lohnt ein Blick auf weitere Aufrüst-Wege, um Mainboard, RAM und SSD sinnvoll zu kombinieren statt einzeln zu tauschen.
Stolperfallen und was du vorher prüfen musst
Prüfe zuerst, ob dein M.2-Steckplatz überhaupt PCIe 4.0 unterstützt. Viele ältere Boards haben nur elektrisch angebundene Gen3-Slots, auch wenn physisch eine Gen4-SSD hineinpasst.
Ein BIOS-Update ist bei manchen AMD-Boards nötig, um Gen4-Geschwindigkeit überhaupt freizuschalten. Ohne Update läuft die SSD zwar, aber nur mit Gen3-Tempo.
Achte außerdem auf ausreichend Kühlung: Gen4-SSDs werden unter Last spürbar wärmer, ein Kühlkörper oder ein belüftetes Gehäuse ist empfehlenswert. Am Netzteil ändert sich praktisch nichts, ein Blick in den Netzteil-Rechner schadet aber nie, wenn du gleichzeitig weitere Komponenten tauschst.
Vergiss nicht, aktuelle NVMe-Treiber und Chipsatztreiber zu installieren, sonst bleibt die Leistung unter dem Möglichen.
Wann du besser wartest oder eine Alternative wählst
Hast du eine funktionierende Gen3-SSD mit ausreichend Speicherplatz und ein System, das primär fürs Spielen genutzt wird, warte lieber ab. Das Geld ist in einer stärkeren Grafikkarte oder mehr Arbeitsspeicher meist besser investiert.
Auch wer stromsparend unterwegs sein will, sollte bedenken, dass Gen4-SSDs tendenziell mehr Energie ziehen. Ein Blick in den Stromkosten-Rechner zeigt, ob sich das im Jahresverbrauch überhaupt bemerkbar macht, meist ist der Unterschied allerdings gering.
Steht ohnehin ein Plattformwechsel an, etwa wegen einer neuen CPU, ergibt der Umstieg auf Gen4 als Nebeneffekt mehr Sinn, als ihn isoliert zu betreiben.
Fazit
Der Wechsel auf PCIe-4.0-SSDs lohnt sich vor allem im Paket mit einer neuen Plattform, nicht als Einzelmaßnahme in einem sonst unveränderten Gen3-System. Für reine Spieler ist der Effekt meist gering, für Kreativarbeit mit großen Dateien dagegen spürbar.

Leon Fischer schreibt bei pcbau-rechner.de über Grafikkarten und Gaming-Leistung. Er ordnet ein, welche GPU zu welcher CPU passt, und übersetzt die Werte der Datenbank in eine konservative FPS-Erwartung und Bottleneck-Einschätzung. Alle Bildraten sind Schätzwerte ohne Upscaling, keine gemessenen Benchmarks.
Prüfe die Balance im Bottleneck-Rechner und den Verbrauch im Stromkosten-Rechner. Mehr unter Aufrüsten.