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Bottleneck verstehen: Wann CPU oder GPU limitiert

Porträt von Leon FischerVon Leon Fischer · Geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert

Was ist ein Bottleneck überhaupt?

Ein Bottleneck, auf Deutsch schlicht ein Flaschenhals, entsteht immer dann, wenn eine einzelne Komponente in deinem PC die anderen ausbremst. Dein System ist am Ende nur so schnell wie sein langsamstes Glied. In Spielen sind das fast immer zwei Kandidaten: der Prozessor oder die Grafikkarte. Läuft die eine Komponente ständig am Anschlag, während die andere Däumchen dreht, hast du einen Flaschenhals gefunden.

Wichtig ist gleich zu Beginn: Ein Bottleneck ist nichts grundsätzlich Schlechtes. In jedem System limitiert irgendwann irgendeine Komponente, sonst würden die Bilder ja unendlich schnell berechnet. Die Frage ist nur, welche Komponente limitiert und ob das zu deinem Anwendungsfall passt.

CPU-Limit vs. GPU-Limit

Beim GPU-Limit arbeitet die Grafikkarte zu 97 bis 100 Prozent, während der Prozessor noch Luft hat. Das ist beim Gaming der Normalfall und in der Regel genau das, was du willst. Deine teure Grafikkarte wird voll ausgelastet, du bekommst das Maximum an Bildern pro Sekunde heraus, das die Karte hergibt.

Beim CPU-Limit ist es umgekehrt: Der Prozessor kommt mit dem Vorbereiten der Bilder nicht hinterher, die Grafikkarte muss warten und langweilt sich bei 60 oder 70 Prozent Auslastung. Die FPS bleiben unter dem, was die Grafikkarte eigentlich könnte. Typisch ist das bei sehr hohen Bildraten, in Aufbaustrategie, MMOs oder Simulationen mit vielen Einheiten und in E-Sport-Titeln, wo du auf 240 Hz und mehr zielst.

So erkennst du, was limitiert

Du brauchst kein teures Werkzeug. Lege dir mit dem MSI Afterburner oder dem Overlay deiner Grafiktreiber ein Overlay an und beobachte im Spiel zwei Werte:

  • GPU-Auslastung nahe 100 Prozent: Du bist im GPU-Limit. Alles gut, deine Grafikkarte gibt Vollgas.
  • GPU-Auslastung deutlich unter 95 Prozent bei gleichzeitig hoher CPU-Last: Du bist im CPU-Limit. Der Prozessor bremst.

Ein zweiter, ehrlicherer Blick lohnt sich auf die einzelnen Prozessorkerne. Ein Spiel kann bei 40 Prozent Gesamtauslastung trotzdem im CPU-Limit hängen, wenn ein einzelner Kern voll ausgelastet ist und der Rest schläft. Viele ältere oder schlecht optimierte Spiele nutzen eben nur wenige Kerne.

Die Rolle der Auflösung

Das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen. Die Auflösung verschiebt den Flaschenhals ganz erheblich:

  • 1080p (Full HD): Hier fallen relativ wenige Pixel an, die Grafikkarte ist schnell fertig. Dadurch wandert die Last stärker zum Prozessor. In Full HD entsteht ein CPU-Limit deutlich leichter.
  • 1440p (WQHD): Ein guter Kompromiss. Die Grafikkarte hat mehr zu tun, der Prozessor rückt in den Hintergrund.
  • 2160p (4K): Enorme Pixelmenge, die Grafikkarte ist fast immer der limitierende Faktor. Ein CPU-Limit tritt hier kaum noch auf.

Deshalb ist der Satz "Prozessor X passt nicht zu Grafikkarte Y" ohne Auflösung wertlos. Ein vermeintlich zu schwacher Prozessor kann in 4K völlig ausreichen und in 1080p mit 240 Hz zum echten Problem werden. Wenn du abschätzen willst, wie gut deine geplante Kombination harmoniert, hilft dir unser Bottleneck-Rechner, der genau diese Auflösungsabhängigkeit berücksichtigt.

Wie du einen Flaschenhals behebst

Bevor du Geld ausgibst, kläre die entscheidende Frage: Stört dich das Limit überhaupt? Wenn du in 4K mit 90 FPS spielst und zufrieden bist, ist ein theoretisches CPU-Limit bei 200 FPS irrelevant. Optimiere nie gegen Zahlen, sondern gegen dein tatsächliches Spielgefühl.

Beim GPU-Limit

Willst du mehr FPS und die Grafikkarte ist am Anschlag, dann führt kein Weg an einer stärkeren Grafikkarte vorbei. Günstiger geht es über die Regler: Schatten, Weitsicht, Raytracing und Kantenglättung senken. Upscaling wie DLSS oder FSR bringt oft 30 bis 60 Prozent mehr Bilder, ohne dass die Optik spürbar leidet. Welche Karte in welcher Klasse spielt, findest du in unserer Grafikkarten-Übersicht.

Beim CPU-Limit

Hier hilft eine stärkere Grafikkarte gar nichts. Sinnvoll sind stattdessen ein moderner Prozessor mit hoher Pro-Kern-Leistung, schneller Arbeitsspeicher mit aktiviertem EXPO- oder XMP-Profil und das Schließen von Hintergrundprogrammen. Gerade beim Arbeitsspeicher unterschätzen viele die Wirkung, mehr dazu in unserem Ratgeber zu EXPO und XMP. Passende Prozessoren nach Leistungsklasse zeigt die Prozessor-Übersicht.

Die goldene Regel

Ein ausgewogenes System ist so aufgebaut, dass in deiner Zielauflösung die Grafikkarte limitiert und nicht der Prozessor. Kaufst du für 4K, darf der Prozessor eine Klasse kleiner sein. Zielst du auf E-Sport mit 240 Hz in Full HD, investiere lieber zuerst in einen starken Prozessor und schnellen Arbeitsspeicher.

Wenn du wissen willst, welche Bildraten deine Wunschkombination in einem konkreten Spiel liefert, probiere den FPS-Schätzer aus. Wie unsere Rechner ihre Einschätzungen ableiten, erklären wir transparent auf der Seite zur Methodik. So triffst du deine Kaufentscheidung nicht nach Bauchgefühl, sondern auf Basis nachvollziehbarer Prinzipien.

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Über den Autor
Porträt von Leon Fischer
Leon Fischer
Redakteur für Grafikkarten & Gaming

Leon Fischer schreibt bei pcbau-rechner.de über Grafikkarten und Gaming-Leistung. Er ordnet ein, welche GPU zu welcher CPU passt, und übersetzt die Werte der Datenbank in eine konservative FPS-Erwartung und Bottleneck-Einschätzung. Alle Bildraten sind Schätzwerte ohne Upscaling, keine gemessenen Benchmarks.

Porträt von Sabine HoffmannGeprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin

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