Pcbau-Rechner

Was ist besser: mehr Kerne oder höherer Takt?

Porträt von Leon FischerVon Leon Fischer · Geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert

Für die meisten Spiele ist ein höherer Takt in Kombination mit starker Leistung pro Kern wichtiger als eine hohe Kernzahl. Viele Spiele nutzen nur eine begrenzte Anzahl an Kernen wirklich aus, profitieren dafür aber von schnellen Einzelkernen. Für Produktivaufgaben wie Videobearbeitung oder Rendering zählen dagegen viele Kerne. Die richtige Antwort hängt also davon ab, was du hauptsächlich machst.

Der Takt gibt an, wie viele Rechenzyklen ein Kern pro Sekunde ausführt. Die Leistung pro Kern, oft als IPC bezeichnet, beschreibt, wie viel ein Kern pro Zyklus schafft. Beides zusammen bestimmt die Single-Core-Leistung, und genau die ist in Spielen häufig der begrenzende Faktor. Ein Prozessor mit weniger, aber schnelleren Kernen kann daher in Spielen besser abschneiden als einer mit vielen langsamen Kernen.

Wann höherer Takt und starke Kerne gewinnen:

  • Gaming, besonders bei hohen Bildraten
  • Programme, die nicht gut auf viele Kerne verteilen
  • Alltägliche Aufgaben wie Surfen und Office

Wann viele Kerne gewinnen:

  • Videobearbeitung und Videoexport
  • 3D-Rendering und Berechnungen
  • Gleichzeitiges Spielen und Streamen
  • Virtuelle Maschinen und viele parallele Programme

Für einen reinen Gaming-PC bedeutet das: Sechs bis acht schnelle Kerne sind meist die ideale Wahl. Mehr Kerne bringen beim Spielen selten zusätzliche Bilder, kosten aber Aufpreis. Genau deshalb sind Prozessoren wie der Ryzen 5 7600 oder ein aktueller Core i5 so beliebt, sie bieten schnelle Kerne zum vernünftigen Preis. Wer nebenbei streamt oder produktiv arbeitet, greift zu Modellen mit mehr Kernen wie einem Ryzen 7 oder Ryzen 9.

Ein weiterer Punkt ist der Cache. Prozessoren mit großem Cache, etwa die X3D-Modelle, können in Spielen besonders stark sein, unabhängig von der reinen Kernzahl. Das zeigt, dass die Kernzahl allein wenig über die Spiele-Leistung aussagt. Wichtiger ist das Gesamtpaket aus Takt, Leistung pro Kern, Cache und Architektur.

Damit dein Prozessor deine Grafikkarte nicht ausbremst, sollte er zur Karte passen. Ob deine Kombination ausgewogen ist, prüfst du im Bottleneck-Rechner. Welche Bildraten deine CPU mit deiner Grafikkarte in einem konkreten Spiel erreicht, schätzt du mit dem FPS-Schätzer ab.

Eine Übersicht der Prozessoren mit ihren Kernzahlen, Taktraten und Stärken findest du unter Prozessoren. Mehr zur richtigen CPU-Wahl für deinen Einsatzzweck liest du im Ratgeber zur CPU-Kaufberatung.

Kurz zusammengefasst: Für Gaming zählt der höhere Takt zusammen mit starker Leistung pro Kern meist mehr als viele Kerne, weil Spiele oft nur wenige Kerne auslasten. Für Videobearbeitung, Rendering und Streaming sind dagegen viele Kerne im Vorteil. Sechs bis acht schnelle Kerne sind für die meisten Gamer die beste Wahl. Richte dich nach deinem Haupteinsatzzweck.

Auf WhatsApp teilen Teilen Auf X teilen
Über den Autor
Porträt von Leon Fischer
Leon Fischer
Redakteur für Grafikkarten & Gaming

Leon Fischer schreibt bei pcbau-rechner.de über Grafikkarten und Gaming-Leistung. Er ordnet ein, welche GPU zu welcher CPU passt, und übersetzt die Werte der Datenbank in eine konservative FPS-Erwartung und Bottleneck-Einschätzung. Alle Bildraten sind Schätzwerte ohne Upscaling, keine gemessenen Benchmarks.

Porträt von Sabine HoffmannGeprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin

Tools: Bottleneck · Netzteil · Stromkosten · FPS · alle Ratgeber.