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Undervolting-Anleitung für GPU und CPU

Porträt von Katrin WeberVon Katrin Weber · Geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert

Undervolting ist einer der besten Tricks, um mehr aus deinem PC herauszuholen, ohne einen Cent auszugeben. Du senkst die Spannung deiner Komponenten, wodurch sie weniger Strom ziehen, kühler bleiben und leiser laufen. Und das Beste: Die Leistung bleibt fast identisch. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch das Undervolting von Grafikkarte und Prozessor.

Was ist Undervolting und warum funktioniert es?

Hersteller liefern ihre Chips mit einer Spannung aus, die auf der sicheren Seite liegt. Sie muss auch beim schlechtesten Exemplar der Serie unter widrigen Bedingungen stabil laufen. Dein individueller Chip ist aber meist besser als dieser Worst Case und kommt mit deutlich weniger Spannung aus.

Genau da setzt Undervolting an. Weniger Spannung bedeutet weniger Leistungsaufnahme und weniger Abwärme. Da der Chip bei gleicher Taktrate nun kühler bleibt, drosselt er seltener und hält seinen Boost-Takt sogar konstanter. In vielen Fällen bekommst du also weniger Verbrauch und gleiche oder sogar minimal bessere Leistung. Typisch sind 15 bis 30 Prozent weniger Verbrauch bei nahezu identischer Performance.

Wie sich das auf deine Stromrechnung auswirkt, kannst du im Stromkosten-Rechner nachrechnen. Gerade bei einer durstigen Grafikkarte summiert sich die Ersparnis übers Jahr spürbar.

Grafikkarte undervolten mit MSI Afterburner

Bei der Grafikkarte holst du am meisten heraus, denn sie ist im Gaming der größte Stromfresser. Das beliebteste Werkzeug ist der kostenlose MSI Afterburner. Er funktioniert mit Nvidia- und AMD-Karten.

Schritt für Schritt

  • 1. Ausgangswerte notieren: Lass ein Spiel oder einen Benchmark laufen und merke dir Takt, Spannung, Temperatur und Bildrate. Nur so erkennst du später deinen Erfolg.
  • 2. Curve-Editor öffnen: In Afterburner öffnest du mit Strg und F die Spannungs-Frequenz-Kurve. Sie zeigt, welcher Takt bei welcher Spannung anliegt.
  • 3. Zielpunkt wählen: Suche einen Punkt bei moderater Spannung, zum Beispiel im Bereich von 875 bis 925 Millivolt. Klicke ihn an.
  • 4. Kurve anheben und abflachen: Hebe den gewählten Punkt auf deinen gewünschten Takt an und ziehe alle Punkte rechts davon auf dieselbe Höhe herunter, sodass die Kurve dahinter flach verläuft. So läuft die Karte mit deinem Zieltakt bei niedrigerer Spannung.
  • 5. Übernehmen: Mit dem Haken bestätigst du die Kurve. Die Karte arbeitet nun mit dem neuen Profil.
  • 6. Testen: Starte einen Benchmark oder ein forderndes Spiel. Läuft alles ohne Abstürze und Grafikfehler, war der erste Versuch erfolgreich.

Taste dich in kleinen Schritten heran. Ist das System instabil, gib etwas mehr Spannung oder senke den Takt leicht. Ziel ist der beste Kompromiss aus niedriger Spannung und stabilem Betrieb. Welche Bildraten deine Karte in bestimmten Spielen erreicht, kannst du vorab im FPS-Schätzer einordnen. Details zu einzelnen Modellen und ihrem Verbrauch findest du in unserer Grafikkarten-Übersicht.

Prozessor undervolten

Beim Prozessor unterscheiden sich die Wege je nach Hersteller. Das Prinzip bleibt gleich: weniger Spannung, kühlerer Betrieb, oft sogar höherer Dauertakt, weil die thermische Bremse später greift.

AMD Ryzen: PBO und Curve Optimizer

Moderne Ryzen-Prozessoren bringen mit dem Curve Optimizer ein elegantes Werkzeug mit. Du findest es im BIOS unter den PBO-Einstellungen (Precision Boost Overdrive).

  • 1. Ins BIOS: Beim Start die entsprechende Taste drücken, meist Entf oder F2.
  • 2. PBO aktivieren: Stelle Precision Boost Overdrive auf Advanced.
  • 3. Curve Optimizer wählen: Setze den Modus auf Negativ. Der Wert gibt an, um wie viele Stufen die Spannung gesenkt wird.
  • 4. Startwert setzen: Beginne mit einem negativen Offset von etwa 15 bis 20 Zählern für alle Kerne (All Core).
  • 5. Stabilität prüfen: Nach dem Speichern lässt du einen Belastungstest sowie deinen üblichen Alltag laufen. Bei Abstürzen den Wert näher an Null bringen.

Gute Chips schaffen 20 bis 30 Zähler negativ, manche noch mehr. Wichtig ist ausgiebiges Testen, denn Instabilität zeigt sich manchmal erst nach Stunden.

Intel Core: Spannungs-Offset

Bei Intel läuft das Undervolting über einen negativen Spannungs-Offset, entweder im BIOS oder über Intels eigenes Tuning-Werkzeug. Du senkst die Kernspannung in kleinen Schritten, etwa in 25-Millivolt-Sprüngen, und prüfst nach jedem Schritt die Stabilität. Beachte, dass manche Mainboards die nötigen Optionen nur in bestimmten BIOS-Versionen freischalten.

Richtig auf Stabilität testen

Undervolting ist nur so gut wie dein Stabilitätstest. Ein zu aggressiver Wert führt nicht immer zum sofortigen Absturz, sondern manchmal zu seltenen Bluescreens oder Grafikfehlern. Gehe deshalb gründlich vor.

  • Grafikkarte: Mehrere Durchläufe eines Grafik-Benchmarks plus ein bis zwei Stunden echtes Gaming.
  • Prozessor: Ein längerer CPU-Belastungstest sowie dein normaler Arbeitsalltag über mehrere Tage.
  • Geduld: Ändere immer nur eine Sache und teste sie, bevor du weitermachst. Sonst weißt du bei Problemen nicht, welche Einstellung schuld war.

Ist Undervolting gefährlich?

Nein. Anders als beim Übertakten gibst du deinen Komponenten weniger Spannung, nicht mehr. Das schont die Hardware sogar, weil sie kühler läuft. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein instabiles System, das du mit einem BIOS-Reset oder dem Zurücksetzen des Profils in Sekunden behebst. Deine Garantie bleibt in aller Regel unberührt, da du keine Grenzwerte überschreitest.

Fazit

Undervolting ist kostenlos, sicher und in einer knappen Stunde erledigt. Du bekommst eine kühlere, leisere und sparsamere Maschine bei praktisch gleicher Leistung. Kombiniere es am besten mit einem FPS-Limit, um noch mehr zu sparen. Wie das geht, liest du im Ratgeber FPS-Limit setzen und Strom sparen. Und wenn du ohnehin bei der Konfiguration bist, prüfe mit dem Bottleneck-Rechner, ob CPU und Grafikkarte optimal zusammenspielen.

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Über den Autor
Porträt von Katrin Weber
Katrin Weber
Redakteurin für Stromkosten & Energie

Katrin Weber verantwortet bei pcbau-rechner.de Stromkosten und Energie. Sie rechnet den Jahresverbrauch nach dem Standard-Szenario der Methodik in konkrete Euro-Beträge um und pflegt die drei deutschen Referenztarife. Ihre Energiespartipps beziffert sie mit echten Ersparnissen statt mit Faustregeln.

Porträt von Sabine HoffmannGeprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin

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