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Welche SSD für Gaming? Gen4 reicht

Porträt von Leon FischerVon Leon Fischer · Daten geprüft von Daniel Krüger · Aktualisiert
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Die kurze Antwort: Eine gute PCIe-Gen4-NVMe-SSD ist zum Spielen völlig ausreichend. Gen5 kostet deutlich mehr und bringt bei Ladezeiten fast nichts.

Für Spiele reicht eine gute PCIe-Gen4-NVMe-SSD völlig aus. Laufwerke nach Gen5-Standard kosten deutlich mehr, bringen beim Gaming aber praktisch nichts, weil Ladezeiten kaum an den sequenziellen Spitzenwerten des Datenblatts hängen.

Entscheidend sind stattdessen der Controller, das Verhalten bei zufälligen Zugriffen und genügend freie Kapazität. Wer darauf achtet, gibt weniger aus und merkt im Spiel trotzdem keinen Unterschied.

Warum Gen4 für Spiele ausreicht

Die Werbung stellt gern die maximale Leserate in den Vordergrund. Diese Zahl entsteht aber unter Laborbedingungen, bei denen eine einzige große Datei am Stück eingelesen wird. So arbeitet fast kein Spiel.

Beim Laden eines Levels holt sich die Engine tausende kleine Texturen, Modelle und Skripte in unregelmäßiger Reihenfolge. Zwischen diesen Zugriffen wartet das Laufwerk immer wieder auf den Prozessor, der die Daten entpackt und vorbereitet.

Genau deshalb liegen gute Gen4- und Gen5-Laufwerke bei realen Ladezeiten meist nur Sekundenbruchteile auseinander. Der Flaschenhals sitzt in diesen Momenten nicht in der Festplatte, sondern in der Software und im Prozessor.

Ein Gen5-Laufwerk ist technisch nicht schlechter, es spielt seine Stärke nur woanders aus. Wer regelmäßig riesige Videodateien schneidet oder große Datensätze bewegt, profitiert davon. Für eine reine Gaming-Zusammenstellung ist das verschenktes Budget.

Was bei einer Gaming-SSD wirklich zählt

Der wichtigste Wert steht selten groß auf der Verpackung: die Leistung bei zufälligen Zugriffen, oft als 4K random angegeben. Sie beschreibt, wie schnell ein Laufwerk viele kleine, verstreute Datenblöcke liefert, und genau das passiert beim Laden eines Spiels.

Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Controller. Er verwaltet die Speicherzellen, verteilt Schreibvorgänge und beeinflusst, wie stabil ein Laufwerk unter Dauerlast bleibt. Zwei SSDs mit identischem Datenblattwert können sich hier deutlich unterscheiden.

Der zweite Punkt ist der Zwischenspeicher. Laufwerke mit eigenem DRAM-Cache halten die Zuordnungstabellen der Speicherzellen direkt im Arbeitsspeicher des Laufwerks. DRAM-lose Modelle borgen sich stattdessen einen Teil des System-Arbeitsspeichers.

Im Alltag ist dieser Unterschied oft klein, unter Last und bei fast voller Festplatte wird er spürbar. Für ein Systemlaufwerk, auf dem gleichzeitig Windows, Spiele und Downloads liegen, ist ein Modell mit DRAM die ruhigere Wahl.

Ein dritter Effekt überrascht viele: der SLC-Cache. Moderne Laufwerke schreiben zunächst in einen schnellen Pufferbereich und räumen ihn später auf. Ist dieser Puffer voll, bricht die Schreibrate teils drastisch ein.

Beim Spielen merken Sie davon fast nichts, denn dabei wird überwiegend gelesen. Beim Installieren eines Titels mit über 100 GB oder beim Umkopieren einer Spielebibliothek zeigt sich der Einbruch dagegen sehr deutlich.

SATA oder NVMe: wo der Sprung wirklich liegt

Der große, sofort spürbare Sprung war der Wechsel von der mechanischen Festplatte zur SSD. Wer noch von einer HDD startet, gewinnt beim Hochfahren, beim Öffnen von Programmen und beim Laden von Spielen sofort viel Zeit. Wie dieser Umstieg abläuft, beschreibt Von HDD auf SSD wechseln.

Der zweite Schritt von einer SATA-SSD auf ein NVMe-Laufwerk fällt beim Spielen dagegen erstaunlich klein aus. Ladebildschirme werden meist etwas kürzer, aber der Unterschied liegt eher im Bereich weniger Sekunden als in einer neuen Erfahrung.

Beim Kopieren großer Datenmengen ist der Abstand dagegen riesig. Eine SATA-Verbindung ist bauartbedingt begrenzt, ein NVMe-Laufwerk arbeitet ein Vielfaches davon ab. Details zum Umstieg finden Sie unter Von SATA-SSD auf NVMe.

Praktisch heißt das: Neue Zusammenstellungen bekommen selbstverständlich NVMe, weil der Aufpreis gering ist und ein Kabel weniger im Gehäuse liegt. Eine vorhandene, gesunde SATA-SSD müssen Sie aber nicht aus Prinzip ersetzen. Sie eignet sich weiterhin gut als zweites Laufwerk für ältere Titel.

DirectStorage: nützlich, aber noch kein Kaufgrund

DirectStorage ist eine Schnittstelle, die den klassischen Umweg über den Prozessor verkürzt. Komprimierte Spieldaten wandern direkt zur Grafikkarte, die das Entpacken übernimmt, weil sie viele solcher Aufgaben parallel erledigen kann.

Das ist technisch sinnvoll und kann Ladezeiten spürbar verkürzen, vor allem bei Spielen mit großen, offenen Welten. Der Prozessor wird entlastet, und Nachladeruckler beim schnellen Bewegen durch die Spielwelt werden seltener.

Die ehrliche Einordnung lautet trotzdem: Bislang setzt nur eine überschaubare Zahl an Titeln die Technik konsequent um. Viele Spiele nennen sie im Marketing, nutzen aber nur Teile davon.

Ein Gen5-Laufwerk brauchen Sie dafür nicht. DirectStorage profitiert vom Wechsel weg von der mechanischen Festplatte und von einer soliden NVMe-SSD, nicht von den letzten Prozent sequenzieller Spitzenleistung. Kaufen Sie also nach heutigem Bedarf, nicht nach einem Versprechen für später.

Welche Kapazität sinnvoll ist

1 TB ist das vernünftige Minimum für einen Spiele-Rechner. Windows, Treiber und ein paar Programme belegen bereits einen erheblichen Teil, und einzelne aktuelle Titel kommen auf 100 GB und mehr.

2 TB ist die entspannte Wahl. Damit passen Betriebssystem, mehrere große Spiele und Aufnahmen nebeneinander, ohne dass Sie ständig aufräumen müssen. Der Aufpreis je Gigabyte fällt in dieser Größe außerdem meist günstiger aus als bei 500 GB.

Halten Sie zusätzlich etwa 10 bis 15 Prozent frei. Eine randvolle SSD verliert an Schreibleistung, weil dem Controller der Spielraum zum Umsortieren fehlt. Aktuelle Preise je Gigabyte vergleicht ssdpreise.de, die Entscheidung über die passende Größe treffen Sie am besten anhand Ihrer tatsächlichen Bibliothek.

Zwei kleinere Laufwerke statt eines großen ergeben nur selten Sinn. Eine einzelne 2-TB-SSD ist flexibler, belegt einen Steckplatz weniger und erzeugt weniger Abwärme unter der Grafikkarte.

Kühlung und Einbau nicht unterschätzen

Schnelle NVMe-Laufwerke werden warm und drosseln ohne Kühlkörper unter Dauerlast. Beim Spielen tritt das selten auf, beim langen Schreiben großer Datenmengen dagegen regelmäßig. Gen5-Modelle sind hier deutlich anspruchsvoller als Gen4.

Viele Mainboards bringen bereits eine passende Abdeckung mit Wärmeleitpad mit. Diese reicht in den allermeisten Fällen aus, ein zusätzlicher Kühler ist dann überflüssig und passt oft ohnehin nicht darunter.

Prüfen Sie vor dem Kauf die Bauhöhe. Der oberste M.2-Steckplatz liegt bei vielen Mainboards direkt unter der Grafikkarte, und ein hoher Aufsteckkühler kollidiert dort schnell mit dem Kühler der Karte.

Achten Sie außerdem darauf, welche Steckplätze direkt am Prozessor hängen. Untere Steckplätze teilen sich die Anbindung gelegentlich mit anderen Anschlüssen und laufen dann langsamer. Das Handbuch des Mainboards nennt diese Einschränkungen.

Fazit

Eine solide PCIe-Gen4-NVMe-SSD mit DRAM-Cache und 1 bis 2 TB ist für Gaming die richtige Wahl. Sie liefert kurze Ladezeiten, bleibt bezahlbar und lässt genug Budget für die Bauteile, die tatsächlich mehr FPS bringen.

Gen5 lohnt sich derzeit nur für Anwendungen außerhalb des Spielens. Wer das gesparte Geld sinnvoll einsetzen möchte, steckt es besser in die Grafikkarte oder in mehr Kapazität, und sortiert im gleichen Zug den Arbeitsspeicher für Gaming passend zur Zusammenstellung.

Geprüfte Gaming-SSDs

Bewährte Gen4-Laufwerke mit gutem Controller. 1 TB als Minimum, 2 TB als entspannte Wahl.

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Die schnellste sinnvolle Gaming-SSD. Kühlkörper-Version für Mainboards ohne eigene Abdeckung.
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Sehr schnelle Gen4-SSD, in Spielen praktisch gleichauf mit der 990 Pro.
WD_Black SN850X 1 TB (mit Kühlkörper)
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Preiswerte Gen4-SSD im Desktop-Format 2280. Für Spiele völlig ausreichend.

Häufige Fragen

Bringt eine PCIe-Gen5-SSD kürzere Ladezeiten?

Beim Spielen kaum. Spiele laden viele kleine, verstreute Datenblöcke statt einer grossen Datei, und genau dort liegen gute Gen4- und Gen5-Laufwerke nah beieinander. Die hohen Datenblattwerte betreffen sequenzielles Lesen.

Reicht eine SATA-SSD für Spiele?

Zum Spielen meist ja. Der grosse spürbare Sprung war der Wechsel von der Festplatte zur SSD. Von SATA auf NVMe merken Sie den Unterschied vor allem beim Kopieren grosser Dateien.

Brauche ich einen Kühlkörper?

Schnelle NVMe-Laufwerke drosseln unter Dauerlast ohne Kühlung. Viele Mainboards bringen bereits eine Abdeckung mit. Achten Sie sonst auf die Bauhöhe, damit das Laufwerk unter der Grafikkarte Platz findet.

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Über den Autor
Porträt von Leon Fischer
Leon Fischer
Redakteur für Grafikkarten & Gaming

Leon Fischer schreibt bei pcbau-rechner.de über Grafikkarten und Gaming-Leistung. Er ordnet ein, welche GPU zu welcher CPU passt, und übersetzt die Werte der Datenbank in eine konservative FPS-Erwartung und Bottleneck-Einschätzung. Alle Bildraten sind Schätzwerte ohne Upscaling, keine gemessenen Benchmarks.

Porträt von Daniel KrügerDaten geprüft von Daniel Krüger, Technischer Redakteur

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